Dieser Film hat mich gestern wirklich tief bewegt und trieb mir nicht nur einmal die Tränen in die Augen.
In „Der letzte schöne Tag“ wird das Thema Selbstmord auf eine sehr bedrückende aber auch realistische Art und Weise behandelt und nimmt dabei die Perspektive der hinterbliebenen Angehörigen ein.
Filmhandlung
Sibylle Langhoff (gespielt von Julia Koschitz) ruft noch einmal bei ihren Lieben an: Bei ihrem Mann Lars (Wotan Wilke Möhring) auf der Baustelle, bei ihrer pubertierenden Tochter Maike (Matilda Merkel) während ihres Stadtbummels und bei ihrem kleinen Sohn Piet (Julius Schuck) der gerade mit seinen Freunden Fußball spielt.
Keiner von ihnen ahnt, dass sie gerade zum letzten Mal die Stimme ihrer geliebten Ehefrau und Mutter hören durften. Denn kurz darauf fährt Sybille in einen Wald und bringt sich um. Lars hätte damit nie gerechnet, denn die Depressionen seiner Frau waren doch merklich auf dem Weg der Besserung.
In einer Art Schockzustand funktioniert er weiter wie ein Roboter. Er versucht seine Kinder zu trösten und unentwegt für sie da zu sein. Er muss die Beerdigung vorbereiten, einen Sarg und ein Grab aussuchen und sich nebenbei noch um Job, Schule und Haushalt kümmern.
Seine Schwester Ruth (Lavinia Wilson) steht ihm in dieser schweren Zeit stets zur Seite. Als sie auf Sybilles Beerdigung ein tief ergreifendes Gedicht vorliest, bricht Lars weinend und schluchzend zusammen. Allen wird schnell klar, dass das Leben der Familie nie wieder so werden würde wie früher und sie müssen akzeptieren, dass die quälende Frage nach dem „Warum?“ wohl nie beantwortet werden kann…
Mein persönliches Fazit
Jetzt beim Schreiben spüre ich immer noch die Nachwehen dieses Films. Er zeigt auf sehr sensible Art und Weise wie eine Familie damit fertig werden muss, wenn die eigene Ehefrau und Mutter einfach nicht mehr leben wollte.
Auch macht sich die Furcht in einem breit, dass einem so ein schwerer Schicksalsschlag auch selbst mal widerfahren könnte. Gerade wenn man Angehörige hat die unter Depressionen („Seelenkrebs“) leiden. Man kann einfach nicht in die Menschen hineinschauen, wenngleich man sie doch eigentlich sein Leben lang kennt.
Wotan Wilke Möhring spielte die Rolle des Witwers so aufwühlend und gefühlvoll, dass ich regelmäßig Gänsehaut bekam und mit ihm mitleiden musste. Er ist einfach ein großartiger Schauspieler, so eine Rolle in so einer intensiven Art und Weise zu spielen, schafft sich nicht jeder Darsteller. Auch die Kinder Matilda Merkel und Nick Justus Schuck hatten sehr schwere Rollen, die sie aber überragend meisterten.
„Der letzte schöne Tag“ ist sicher alles andere als heitere 20:15 Uhr-Fernsehunterhaltung. Es ist jedoch eine anspruchsvolle Abwechslung, die behutsam aber realistisch ein Tabuthema anspricht und den Zuschauer zum Nachdenken anregt.
Falls ihr den Film nicht schauen konntet, könnt ihr ihn euch noch diese Woche in der ARD-Mediathek anschauen.
